Ulrich Maly wirbt nüchtern für Kooperationen mit der Metropolregion

Veröffentlicht am 12.02.2010 in Allgemein

Natürlich ist Ulrich Maly ein Franke mit Leib und Seele: seit fast acht Jahren Oberbürgermeister seiner Geburtsstadt Nürnberg, Club-Fan, Ratsvorsitzender der Metropolregion. Aber der Abgrenzungsdrang einiger
Lokalpatrioten ist dem 49-Jährigen fremd: „Mit derartiger Tümelei habe ich nichts zu tun.

Nach dem SPD-Neujahrsempfang in Vohenstrauß erläuterte Maly im Gespräch mit unserer Zeitung seine Philosophie der Metropolregion Nürnberg. Diese habe vor allem eine Brückenfunktion und sei zur Förderung von Stadt-Land-Allianzen geeignet.
Maly: „Starke Achsen sind dabei zur Entwicklung der Regionen wichtig.“
Eine Kooperation mit der gerade entstehende Europaregion, der Teile
Ostbayerns, Böhmens und Österreichs angehören sollen, nennt er sinnvoll und macht in erfrischend ehrlichen Worten klar: „Ich bin nicht der Staubsaugerverkäufer der Metropolregion.“
Diese sei schließlich kein „Swinger-Club, sondern eine nüchterne Gebietskörperschaft“. An neue Fördermittel aus Brüssel glaubt der SPD-Politiker auch nicht, „denn da würden die Nicht-Mitglieder der Metropolregionen Zeter und Mordio schreien“. Möglich sei aber eine Art
„Belohnung für interkommunale Zusammenarbeit“.
Finanziell sind Nürnberg und das Umland derzeit nicht auf Rosen gebettet,
die Gewerbesteuer ist laut Maly um ein Viertel oder rund 96 Millionen Euro eingebrochen. Das Aus von Quelle habe dabei weniger zu Buche geschlagen, da das Unternehmen ohnehin seit Jahren nichts mehr in den Stadtsäckel gezahlt habe. Die Region sei durch einen stabilen Mittelstand jetzt ohnehin wesentlich krisenfester als zum Beispiel bei der Insolvenz von Grundig. Zudem greife das soziale Sonderprogramm nach der Quelle-Pleite. Auch die Teil-Verlagerung des Landesamtes für Statistik von München nach Fürth, die im nächsten Jahr starte, sei eine sinnvolle Maßnahme. Für Proteste der Beschäftigten in der Landeshauptstadt
zeigt Maly kein Verständnis, dort solle man auch registrieren:
„Es gibt ein menschliches Leben nördlich der Donau.“
Umstrittene Anbindung
Eine bessere Flughafenanbindung wird es nach Auskunft des Oberbürgermeisters so schnell nicht geben. Am Montag soll im Nürnberger
Stadtrat zwar der Abschluss der Planfeststellung für eine Trasse nördlich
des Airports beschlossen werden – verbunden jedoch mit einer dreijährigen Denkpause. Malys Begründung: Die Prognosen würden nicht
mehr stimmen, die Zahl der Passagiere und der Beschäftigten sei abnehmend. Die Mehrheit der Nürnberger erkenne seiner Meinung nach
ohnehin nicht die Notwendigkeit einer mindestens 70 Millionen Euro
teuren neuen Autobahnanbindung. Für die Bayern-SPD hat Maly, Mitglied
des Landesvorstandes, einen Tipp: Rausgehen, den Menschen die Gesichter der Partei zeigen. Das sei oftmals besser, „als im Landtag die
Energie für Anträge zu verschwenden, die eh nicht durchkommen“. Er selber könne sich ein klassisches höheres Parteiamt nicht vorstellen: „Ich
habe in Nürnberg eine große Koalition mit der CSU. Da kann ich nicht
täglich gegen das Schienbein der Staatsregierung treten.“

Artikel Frank Werner

 

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